Wem gehört die Zeit?

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Arbeiten, rund um die Uhr, auch am Wochenende und vor allem "flexibel" - wie es der Mrkt gerade braucht: So hätten uns die Unternehmer gern. "Der starre Acht-Stunden-Tag", meint Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, "passt nicht mehr ins digitale Zeitalter".

Für viele Beschäftigte klingt das wie Hohn. In ihrer Welt gibt es schon längst keinen "Acht-Stunden-Tag" mehr. Kurzfristig angekündigte Sonderschichten, Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitkonten und "Arbeit auf Abruf" werden mehr und mehr zum Normalfall. Die Unternehmer versuchen, die Arbeitszeiten an die Marktschwankungen anzupassen. Immer teurere Maschinen sollen möglichst rund um die Uhr laufen. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Unternehmen drängen sich immer unverschämter ins Privatleben ihrer Mitarbeiter hinein.

Die Beschäftigten wollen etwas anderes:

Planbarkeit, Mitsprache und angemessene Vergütung. Zwei Drittel der Kolleginnen und Kollegen wollen höchsten 35 Stunden in der Woche arbeiten. Und es geht um Respekt: Der Wunsch der Arbeitgeber nach Flexibilität darf nicht in Willkür und Beliebigkeit enden . Wer von den Beschäftigen Flexibilität verlangt, muss dafür eine angemessene Gegenleistung bieten! Deshalb geht es um einen verlässlichen Rahmen, der die Zeitbedürfnisse jedes einzelnen Beschäftigten berücksichtigt. Es muss "rote Linien" geben, die den Arbeitgebern klarmachen: Wir sind keine Roboter, die man je nach Marktlage an- und abschalten kann.

Weil sich die Arbeitswelt wandelt, wollen die Arbeitgeber die Spielregeln neu definieren. Wir sagen:

Nicht ohne uns! Bei der Gestaltung der Arbeitszeit reden wir als Beschäftigte und als Gewerkschafter mit. Mehrarbeit muss erfasst und gerecht bezahlt werden, Arbeitszeit muss planbar sein. Wo Arbeitszeiten ausufern, muss mehr Personal eingestellt werden. Niemand muss ständig erreichbar sein: Es gibt ein Recht auf Abschalten! Und Schichtarbeit muss so geregelt werden, dass sie nicht krank macht.

Wir wollen Mehr Gerechtigkeit, mehr Sicherheit, mehr Selbstbestimmung und mehr Gesundheit. Um dafür den nötigen Druck in den Betrieben aufzubauen, startet die IG Metall 2016 ihre Kampagne "Mein Leben - meine Zeit".

 

Wir haben nichts zu verschenken!

997,1 Millionen Stunden: So lange haben die abhängig Beschäftigten 2015 in Deutschland unbezahlt gearbeitet. Nimmt man die bezahlte Mehrarbeit dazu, kommen sie auf 1,8 Milliarden Überstunden. Dabei werden mehr unbezahlte als bezahlte Überstunden gemacht! Lauf Bundesagentur für Arbeit hat jeder und jede Beschäftigte im Schnitt 46,8 Stunden länger gearbeitet als vertraglich vereinbart - also mehr als eine Woche.

Die Arbeitszeiten in den Betrieben steigen seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an. Überstunden, Zusatzschichten, Wochenend- und Sonntagsarbeit sowie tägliche Arbeitszeiten von mehr als acht Stunden sind schon lange nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Das gilt auch in der Metall- und Elektroindustrie obwohl hier die tariflichen Grenzen für die Wochenarbeitszeit klar definiert sind.

Arbeit ohne Grenzen?

Begründungen, warum gerade jetzt länger gearbeitet werden muss, haben Unternehmen schnell zu Hand: volle Auftragsbücher, Marktschwankungen, oder wichtige Kunden mit speziellen Wünschen. Nein zu sagen, ist in solchen Situationen schwierig. Das gilt auch da, wo mit Vertrauensarbeitszeit oder "mobil" gearbeitet wird. Dann wird die Excel-Tabelle eben am Wochenende gemacht oder der Bürotag erst um 21 Uhr beendet. Das gemeinsame Essen mit der Familie fällt dann allerdings aus.

Leider helfen häufig auch betriebliche Regelungen nicht. Besonders wenn sie Kappungsgrenzen enthalten. Den Beschäftigten bleibt bei dauerhafter Arbeitsüberlastung keine Zeit mehr, angesammelte Überstunden abzubauen. Am Ende verfallen sie unbezahlt.

Unsere Arbeit ist etwas wert!

Wir wollen, dass geleistete Arbeitszeit vollständig erfasst und vergütet wird. Am besten durch Freizeitausgleich, wo das nicht möglich ist, finanziell. Das gilt für jede geleistete Arbeitsstunde. Denn wir haben nichts zu verschenken. Die Arbeitgeber schenken uns auch nichts. Unsere Arbeit ist etwas wert!

Bedürfnisse der Beschäftigten ernst nehmen - Vollzeit flexibler machen

"Ich bin mit Ende 50 einfach nicht mehr so belastbar und flexibel wie mit Anfang 30." So wie dem Entwicklungsingenieur eines großen deutschen Automobilbauers geht es vielen. Viele Beschäftigte haben das Gefühl: "Der Job frisst mich auf." Das Privatleben droht unter die Räder zu kommen. Partnerschaften leiden, Eltern verpassen unwiederbringliche Entwicklungsphasen ihrer Kinder."Zum Babyschwimmen habe ich es nie geschafft"., sagt ein junger Vater , "und jetzt geht meine Tochter schon zur Schule."

Rund 90 Prozent der von der IG Metall befragten Beschäftigten wünschen sich Möglichkeiten, früher aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Und auch in späteren Lebensphasen ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit notwendig. Nur 31 Prozent glauben unter den momentanen Arbeitsbedingungen die gesetzliche Regelaltersgrenze erreichen zu können.

Rücksicht auf ihre privaten Bedürfnisse

Beschäftigte verlangen von ihren Arbeitgebern mehr Rücksicht auf ihre privaten Bedürfnisse und Lebensentwürfe. Vollzeitbeschäftigung ist und bleibt unser Anspruch. Aber "Vollzeit" muss nicht für das ganze Arbeitsleben gleich definiert sein. Warum nicht die Arbeitszeit reduzieren, wenn die Kinder in die Schule kommen oder die Eltern pflegebedürftig werden? Wieviel einfacher wäre es, neben der Arbeit ein Studium aufnehmen zu können - wenn man dafür die Zeit hätte.

Vier von fünf Beschäftigten hätten gern die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit vorübergehend absenken zu können. Das klassische Alleinverdiener- und Familienernährermodell gehört der Vergangenheit an und gilt den meisten Beschäftigten auch nicht mehr als erstrebenswert. Frauen wollen existenzsichernde Arbeit und Anerkennung im Beruf, Männer sehnen sich nach mehr Zeit für ihre Familien. Alle zusammen wünschen sich Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, Arbeit und leben besser in Einklang zu bringen.

Lebensphasenbezogene Arbeitsverkürzungen

Unterschiedliche Lebensphasen brauchen unterschiedliche Arbeitszeiten. Wir wollen Möglichkeiten für die Beschäftigten, anlass- und lebensphasenbezogen ihre Arbeitszeit zu verkürzen. Dafür brauchen wir ein flexibles Modell, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Beschäftigte müssen das Recht bekommen, Arbeitszeiten an ihre Bedürfnisse und konkreten Lebensphasen in Teilzeit oder "kurze Vollzeit" zu gehen, darf nicht zum Karrierehindernis werden. Gemeinsam können wir das erreichen!

Portrait

 

>> Die Arbeit von morgen braucht mehr Selbstbestimmung für die Beschäftigten, auch in der Arbeitszeit. Das ist im Sinne der Beschäftigten, aber auch langfristig im Sinne der Unternehmen. Engagierte und motivierte Beschäftigte brauchen keine permanente Fremdsteuerung, sondern Freiräume um ihre Arbeitszeit entsprechend ihren Bedürfnissen mitzugestalten.<<

Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall

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