1. Mai 2026 in Kitzingen: 160 Kolleginnen und Kollegen setzen starkes Zeichen für Gerechtigkeit

Bei strahlendem Sonnenschein hat der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) in Kitzingen seine Kundgebung zum Tag der Arbeit abgehalten. Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Treffpunkt war um 10.30 Uhr am Marktplatz. Von dort aus führte DGB-Kreisvorsitzender Stefan Belik gemeinsam mit Landrätin Tamara Bischof, dem neu gewählten Oberbürgermeister Enis Tiz und dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Würzburg, Norbert Zirnsak, den Demonstrationszug über die alte Mainbrücke zum Stadtbalkon.

Dort standen die Maireden im Mittelpunkt. Norbert Zirnsak machte deutlich, dass die Erwartungen der Beschäftigten klar sind: „Die Menschen fordern mehr Gerechtigkeit und mehr Solidarität.“ Mit Blick auf aktuelle Umfragen unterstrich er: „80 Prozent sagen, Reichtum muss stärker besteuert werden“, und „über 50 Prozent finden es richtig, dass große Erbschaften stärker herangezogen werden.“

Klare Worte fand Zirnsak auch zur Arbeitszeitdebatte: „Einen Rückschritt wird es nicht geben – der Achtstundentag bleibt.“ Die Beschäftigten arbeiteten bereits heute flexibel und unter hoher Belastung. Weitere Verschärfungen gingen an der Realität vorbei. Auch Vorschläge wie unbezahlte Krankheitstage wies er zurück. „Geld ist da – die Frage ist nur: für wen?“ Zugleich betonte er die Bedeutung von Frieden als Grundlage für soziale Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung.

In ihren Grußworten hoben Oberbürgermeister Enis Tiz und Landrätin Tamara Bischof die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen hervor. Tiz sprach von notwendigem Respekt für Arbeit. Bischof unterstrich die enge Zusammenarbeit mit den Betriebsräten und die gemeinsame Verantwortung für gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region.

Ein starkes Signal kam auch aus den Betrieben: Erich Mirnig, Betriebsratsvorsitzender bei Frankenguss, und Michael Sobeck, Betriebsrat bei Schaeffler, berichteten aus ihrem Arbeitsalltag und machten deutlich, wie wichtig Mitbestimmung und gewerkschaftliche Organisation sind. Die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Post machten am Rande der Kundgebung auf ihre bevorstehenden Betriebsratswahlen aufmerksam.

Am Stadtbalkon bestand im Anschluss an die Reden die Möglichkeit zum Austausch. Es gab einen Aktionsstand von ver.di und ein Weißwurstfrühstück des DGB Kreisverbandes. Bereits am Vorabend hatte der DGB-Kreisverband Kitzingen zum „Tanz in den Mai“ am Stadtbalkon eingeladen. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher nahmen daran teil und erlebten den Auftritt von Donny Vox. DGB Kreisvorsitzender Stefan Belik freute sich über den guten Zuspruch beider Veranstaltungen: „Der 1. Mai bleibt der herausragende Tag im Jahreskalender des DGB“.

 

 

Bildnachweis: IG Metall Würzburg, Patty Varasano