Tariferfolg in der Holz- und Kunststoffindustrie: Mehr Geld durch solidarischen Druck aus den Betrieben

In der dritten Tarifverhandlung für die bayerische holz- und kunststoffverarbeitende Industrie (20.01.2026) haben sich die IG Metall und die Arbeitgeberseite in Reichertshofen auf ein Verhandlungsergebnis verständigt. Für die rund 10.000 tarifgebundenen Beschäftigten bedeutet der Abschluss spürbare Verbesserungen bei Entgelt und Ausbildungsvergütung. Entscheidend für diesen Durchbruch waren die Aktionen und Warnstreiks der Beschäftigten in den vergangenen Tagen.

Auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Organisationsgebiet der IG Metall Würzburg haben sich aktiv an der Tarifbewegung beteiligt. Beschäftigte unter anderem beim Möbelhersteller Paidi in Hafenlohr haben mit ihrer Teilnahme an Aktionen und Warnstreiks deutlich gemacht, dass sie hinter den Forderungen nach mehr Geld und einer stärkeren sozialen Komponente stehen. Dieser Druck aus den Betrieben hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Arbeitgeberseite ihre Blockadehaltung aufgegeben hat.

Konkret sieht das Verhandlungsergebnis Entgeltsteigerungen in zwei Stufen vor. Ab Juni 2026 steigen die Entgelte um 2,0 Prozent, ab Juli 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,2 Prozent. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten im April 2026 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Um insbesondere kleinere Einkommen zu stärken, ist für die unteren Entgeltgruppen im Oktober 2026 eine weitere Einmalzahlung von 200 Euro vorgesehen. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Einmalzahlungen anteilig. Bei nachweislich schwieriger wirtschaftlicher Lage im Betrieb können diese Zahlungen bis spätestens April 2027 verschoben werden.

Auch die Auszubildenden profitieren deutlich von dem Abschluss. Die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen um 50 Euro und 40 Euro. Darüber hinaus erhalten Auszubildende eine Einmalzahlung von 150 Euro. Damit setzt der Tarifabschluss ein wichtiges Signal für die Attraktivität der Ausbildung und die Zukunftssicherung der Branche.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende Januar 2028. Bayernweit beteiligten sich in dieser Tarifrunde fast 1.000 Beschäftigte an Aktionen und Warnstreiks. Das Ergebnis zeigt klar: Tarifverbesserungen kommen nicht von allein, sondern sind das Resultat von Solidarität, Engagement und gemeinsamer Stärke der Beschäftigten.

 

Bildnachweis: IG Metall Würzburg