1. Mai 2026 in Würzburg: 800 Menschen folgen dem Aufruf des DGB am Tag der Arbeit

Rund 800 Menschen haben am Tag der Arbeit in Würzburg an der Demonstration und Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) teilgenommen. Der DGB-Demozug begann um 10.30 Uhr am Hauptbahnhof und führte durch die Innenstadt bis zum Unteren Markt. Dort setzte sich die Kundgebung mit mehreren Redebeiträgen fort. Ein Grußwort sprach Martin Heilig, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg. Er würdigte die Bedeutung des 1. Mai als Tag der Arbeit und betonte die Rolle starker Gewerkschaften für soziale Sicherheit, gute Arbeitsbedingungen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Hauptredner der Kundgebung war Carsten Burckhardt, Vorstandsmitglied der IG Bauen‑Agrar‑Umwelt (IG BAU). In seiner starken Rede machte er deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und Respekt für die Arbeit der Beschäftigten nicht verhandelbar seien. Mit Blick auf die aktuelle Arbeitszeitdebatte stellte er klar: „Der Achtstundentag bleibt.“ Eine Ausweitung der Arbeitszeiten gehe an der Lebensrealität der Beschäftigten vorbei und verschärfe bestehende Belastungen.
Burckhardt wandte sich außerdem entschieden gegen geplante Einschnitte bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine solidarische Absicherung sei unverzichtbar, stattdessen brauche es mehr Verteilungsgerechtigkeit sowie spürbare Entlastungen für Beschäftigte. Zudem verwies er auf den Zusammenhang zwischen sozialer Sicherheit und Frieden. Kriege und Aufrüstung gingen zulasten der Beschäftigten, erhöhten soziale Unsicherheit und trieben die Preise.
An der Demonstration beteiligten sich Beschäftigte aller DGB Gewerkschaften aus den Betrieben der Region. Die IG Metall war mit Kolleginnen und Kollegen von Brose, Konecranes sowie dem Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer vertreten, darunter auch der Betriebsratsvorsitzende Marc Dotterweich. Ebenfalls beteiligt waren Beschäftigte der Warema SE aus Marktheidenfeld, unter ihnen der freigestellte Betriebsrat und Vertrauenskörperleiter Esteban Rincón Roth. Außerdem war eine Delegation von Procter & Gamble aus Marktheidenfeld, rund um den Betriebsratsvorsitzenden Jonas Hörnig und den Vorsitzenden der IG Metall Vertrauensleute, Anil Avci, vertreten.
In einem Redebeitrag erinnerte Yves Weinberger, IG Metall Ortsvorstandsmitglied und Betriebsratsvorsitzender bei Brose, an den erfolgreichen Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Würzburg. Der Standort habe nur durch den entschlossenen Einsatz der Belegschaft und die Unterstützung der Gewerkschaften gesichert werden können.
Im Anschluss nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Infostände der Gewerkschaften auf dem Unteren Markt zum Austausch und zur Information über aktuelle gewerkschaftliche Themen. Jonas Schneider, DGB‑Sekretär in Würzburg, erklärte am Rande der Demonstration: „So viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie seit Jahren nicht mehr sind unserem Aufruf gefolgt. Abgesehen von der großen Mobilisierung im Jahr 2025 im Zusammenhang mit dem Kampf um die Arbeitsplätze bei Brose war es eine der größten Maikundgebungen der vergangenen Jahre.“ Sozialabbau und Sparpolitik seien wichtige Gründe, für den großen Zuspruch, so Schneider.






Bildnachweis: IG Metall Würzburg, Sabine Witte
