Mitbestimmung made in Würzburg: Brose-Betriebsrat gleich doppelt nominiert

Was 2025 als Kampf um die Zukunft des Brose-Standorts Würzburg begann, gilt heute bundesweit als beispielhaftes Projekt der Mitbestimmung: Yves Weinberger und Nicole Thorwarth informierten den Ortsvorstand der IG Metall Würzburg über die Nominierung des Betriebsrats für den Deutschen Betriebsrätepreis 2026 und den Deutschen MitbestimmungsPreis 2026.

Großer Beifall begleitete die Nachricht auf der Klausurtagung des Ortsvorstands der IG Metall Würzburg am 18. Juni 2026 in Brüssel. Für die beiden Bevollmächtigten der IG Metall Würzburg, Norbert Zirnsak und Ulrike Eifler, ist die doppelte Nominierung eine besondere Anerkennung der engagierten Arbeit des Betriebsrats und der Beschäftigten am Standort Würzburg. „Wir freuen uns außerordentlich über diese Nominierungen. Sie sind eine Anerkennung für die engagierte Arbeit des Betriebsrats und für die Entschlossenheit der Beschäftigten, sich für ihren Standort und ihre Zukunft einzusetzen. Dass ein Projekt aus Würzburg bundesweit auf diese Weise wahrgenommen wird, macht uns stolz“, erklären Zirnsak und Eifler.

Die Nominierungen haben ihren Ursprung im Jahr 2025. Damals stand der Brose-Standort Würzburg mit rund 1.400 Beschäftigten vor einer ungewissen Zukunft. Die Diskussion über eine mögliche Werksschließung löste eine der bedeutendsten betriebspolitischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre in Unterfranken aus. Betriebsrat, Vertrauensleute, Beschäftigte und IG Metall mobilisierten gemeinsam für den Erhalt des Standorts. Mit Erfolg: Im Mai 2025 entschied der Verwaltungsrat, Würzburg weiterzuführen. Wenige Monate später folgte ein Transformations- und Zukunftspaket mit Perspektiven bis mindestens 2030. Im Mittelpunkt der beiden Nominierungen steht das Projekt „Erhalt des Innovationsstandorts Würzburg“. Dahinter verbirgt sich der gemeinsame Einsatz von Betriebsrat, Beschäftigten und Gewerkschaft für die Zukunft des Standorts und den Erhalt industrieller Arbeitsplätze in der Region Würzburg.

Dass diese Arbeit nun gleich in zwei bundesweiten Wettbewerben Anerkennung findet, unterstreicht die besondere Bedeutung des Projekts.

Der Deutsche Betriebsrätepreis wird vom Bund-Verlag verliehen und gehört seit Jahren zu den renommiertesten Auszeichnungen für Betriebsratsarbeit in Deutschland. Hier entscheidet eine Fachjury über die eingereichten Projekte. Der Betriebsrat von Brose Würzburg gehört in der Kategorie der mittleren Gremien zu den drei bundesweiten Finalisten. Damit steht bereits fest, dass das Projekt zu den herausragenden Beispielen betrieblicher Interessenvertretung des Jahres zählt. Die Entscheidung über Gold, Silber oder Bronze fällt im September in Berlin.

Der Deutsche MitbestimmungsPreis wird im Rahmen des Deutschen BetriebsräteTags im November 2026 in Bonn vergeben. Dort stellen die nominierten Betriebsräte ihre Projekte vor Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland vor. Die Entscheidung erfolgt anschließend durch ein Publikumsvoting. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Projekte anderen Betriebsräten Orientierung geben und zeigen, wie Mitbestimmung auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich gestaltet werden kann.

Im September wird in Berlin über Gold, Silber und Bronze entschieden, im November folgt die Abstimmung über den Deutschen MitbestimmungsPreis in Bonn. Die wichtigste Botschaft steht jedoch bereits fest: Ein Projekt aus Würzburg zählt heute zu den bundesweit beachteten Beispielen erfolgreicher Mitbestimmung. Aus dem Kampf um die Zukunft des Standorts ist eine Erfolgsgeschichte geworden, die inzwischen weit über Unterfranken hinaus Anerkennung findet.

Bildnachweis: IG Metall Würzburg Fotoarchiv, Patty Varasano