IG Metall: Industriearbeit in Altfeld sichern und ausbauen

Ulrike Eifler und Norbert Zirnsak, die beiden Bevollmächtigten der IG Metall Würzburg. Foto: IG Metall Würzburg / Patty Varasano

Die IG Metall Würzburg will den Kampf um die Arbeitsplätze bei Cummins und Schneider Electric mit einer Initiative für die industrielle Zukunft Altfelds verbinden. Bei Cummins steht mit rund 350 Arbeitsplätzen der gesamte Standort zur Debatte. Bei Schneider Electric sollen rund 110 Stellen an den Standorten Marktheidenfeld und Lahr abgebaut werden. Die IG Metall fordert von beiden Unternehmen Perspektiven für Beschäftigung und Standorte – und will zugleich mit Stadt, Landkreis und Freistaat dafür sorgen, dass in Altfeld wieder mehr Industriearbeit entsteht. „Wir geben weder Cummins noch die Arbeitsplätze bei Schneider auf“, sagt Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg. „Die Unternehmen stehen in der Verantwortung. Eine Standortschließung und der Abbau von Entwicklungsarbeit sind keine Naturereignisse. Wir erwarten, dass Alternativen ernsthaft geprüft und Investitionen und Beschäftigung an den Standorten gesichert werden.“

Gerade die Entwicklung bei Schneider Electric verschärft aus Sicht der IG Metall die industriepolitische Frage. Nachdem die Produktion in Altfeld bereits vor rund fünf Jahren eingestellt wurde, betrifft der geplante Abbau nun auch Entwicklungsarbeit. Der Betriebsrat sieht keine wirtschaftliche Notwendigkeit für den Schritt und warnt davor, dass Entwicklungskompetenz zunehmend nach China und Indien verlagert wird. Sie haben eigene Vorschläge zur Beschäftigungssicherung erarbeitet. Auch über die beiden Betriebe hinaus ist die Entwicklung deutlich: In den größeren Industriebetrieben Marktheidenfelds sind zwischen 2019 und 2024 knapp 500 Arbeitsplätze verloren gegangen. „Wir dürfen nicht immer erst über Industriepolitik reden, wenn Stellenabbau oder Standortschließungen auf dem Tisch liegen“, sagt Zirnsak. „In Altfeld arbeiten Menschen mit hoher technischer und industrieller Kompetenz. Dieses Wissen müssen wir sichern und weiterentwickeln – durch neue Produkte und Investitionen in den bestehenden Betrieben und durch zusätzliche gute Industriearbeit.“

Bürgermeister Stamm und Landrat Vogel sind auf die IG Metall zugekommen und haben Gespräche zur Lage am Standort Altfeld angeregt. Die IG Metall will diese Gespräche nutzen, um gemeinsame Schritte zu vereinbaren. In den bestehenden Betrieben muss mit den Betriebsräten nach zusätzlichen Produkten, Entwicklungsaufgaben und Investitionen gesucht werden. Gleichzeitig sollen Stadt, Landkreis und Freistaat gezielt daran arbeiten, weitere industrielle Arbeit nach Altfeld zu holen. Dafür gibt es neben den vorhandenen industriellen Fähigkeiten und Gewerbeflächen und eine direkte Anbindung an die A3. „Für uns geht es nicht darum, verlorene Arbeitsplätze irgendwann durch irgendetwas zu ersetzen“, sagt Ulrike Eifler, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg. „Wir wollen die Arbeitsplätze verteidigen, die heute da sind, und gleichzeitig neue nach Altfeld holen. Der Standort hat industrielle Erfahrung, Wissen und Können. Darauf lässt sich aufbauen.“