Deutscher Betriebsrätepreis 2026: Bronze für den Betriebsrat von Brose Würzburg

Ausgezeichnet: Der Brose Betriebsrat erhielt den Deutschen Betriebsrätepreis in Bronze. Im Bild: zweiter von links Betriebsratsvorsitzender Yves Weinberger und daneben sein Stellvertreter Stefan Weppert bei der Verleihung in Berlin . Bildnachweis: IG Metall Würzburg, Annabell Franz

Die IG Metall Würzburg gratuliert dem Betriebsrat der Brose Fahrzeugteile SE & Co. KG in Würzburg herzlich zum Gewinn des Deutschen Betriebsrätepreises 2026 in Bronze. Die Auszeichnung wurde am Mittwochabend (16.09.2026) im Rahmen des neuen Betriebsratsforums #BR26 in Berlin verliehen. Neun beispielhafte Mitbestimmungsgremien aus ganz Deutschland wurden dort für ihre herausragende Arbeit ausgezeichnet. Zu den ersten Gratulantinnen gehörten die Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Leonie Gebers, die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sowie Dr. Claudia Bogedan, Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten ihre Auszeichnungen sowie die von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas handsignierten Urkunden.

„Der Gewinn des Deutschen Betriebsrätepreises ist eine außergewöhnliche Anerkennung für die Arbeit des Betriebsrats und der gesamten Belegschaft. Als die Schließungspläne bekannt wurden, haben die Kolleginnen und Kollegen nicht resigniert, sondern gemeinsam für ihren Standort gekämpft. Sie haben gezeigt, dass Mitbestimmung gestalten, Zukunft entwickeln und Arbeitsplätze sichern kann. Dieser Preis gehört Yves Weinberger und seinem Team im Betriebsrat ebenso wie den Beschäftigten, die diesen Weg von Anfang an mitgetragen haben“, erklärt Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg.

Der Betriebsrat von Brose Würzburg wurde für sein erfolgreiches Engagement gegen die geplante Schließung des Standorts ausgezeichnet. Nachdem die Eigentümerfamilie Anfang Februar 2025 überraschend die Schließung angekündigt hatte, entwickelte das Gremium gemeinsam mit der Belegschaft, der IG Metall sowie Partnern aus Politik, Wissenschaft und Region ein Zukunftskonzept für den Standort. Statt die Schließung hinzunehmen, setzte der Betriebsrat auf Beteiligung, Öffentlichkeit und tragfähige Alternativen für die Zukunft des Werks. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schließungspläne wurden zurückgezogen, der Standort ist mindestens bis 2031 gesichert und das Unternehmen erschließt mit der Luft- und Raumfahrtindustrie ein neues Geschäftsfeld. Damit wurden nicht nur die Arbeitsplätze von rund 1.400 Beschäftigten gesichert, sondern auch neue Perspektiven für die industrielle Zukunft des Werks geschaffen.

„Die Kolleginnen und Kollegen bei Brose haben eindrucksvoll bewiesen, dass Betriebsräte nicht nur auf Krisen reagieren, sondern selbst Treiber von Innovation und Zukunftssicherung sein können. Die enge Einbindung der Beschäftigten, die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Politik und der Mut, neue industrielle Perspektiven zu entwickeln, machen dieses Projekt zu einem Vorbild weit über Würzburg hinaus. Yves Weinberger und sein Team haben gezeigt, wie gute Mitbestimmung erfolgreich gelebt wird“, sagt Ulrike Eifler, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg.

Die IG Metall Würzburg würdigt auch die Arbeit der zuständigen Gewerkschaftssekretärin und Betriebsbetreuerin Sabine Witte, die den Betriebsrat während des gesamten Prozesses eng begleitet hat. „Sabine Witte hat den Betriebsrat von Beginn an mit großer Kompetenz, Ausdauer und strategischem Geschick unterstützt. Die erfolgreiche Abwehr der Schließungspläne und die Entwicklung neuer Zukunftsperspektiven waren nur möglich, weil Betriebsrat, Belegschaft und IG Metall vertrauensvoll und entschlossen zusammengearbeitet haben. Auch dazu gratulieren wir herzlich“, betont Zirnsak.