Brose Würzburg: Zukunft für den Standort – Perspektive Satelliten- und Raumfahrtverbund

Anfang des Jahres 2025 stand der Brose-Standort Würzburg vor einem möglichen Aus. Für rund 1400 Beschäftigte war unklar, ob industrielle Fertigung am Main erhalten bleibt. Nun ist entschieden: Würzburg wird Teil eines Satelliten- und Raumfahrtverbunds und soll künftig Komponenten und Systeme für Kleinsatelliten entwickeln und produzieren. Damit bleibt nicht nur industrielle Wertschöpfung am Main gesichert, sondern auch qualifizierte Arbeit für die Beschäftigten.
Dass der Standort gehalten wurde, ist das Ergebnis einer Phase, in der Interessenvertretungen, Werkleitung und Belegschaft eng zusammenstanden – auch dann, als die Lage öffentlich zugespitzt war. Die IG Metall setzte früh darauf, Würzburg nicht als Auslaufmodell, sondern als technologisches Potenzial zu definieren. Die Kooperationen mit dem Fraunhofer-Institut EMI, dem Fraunhofer ISC und dem BERLIN SPACE Consortium geben dieser Linie nun ein tragfähiges Fundament.
Im Werk selbst blieb in den vergangenen Monaten Orientierung ein entscheidender Faktor. Betriebsratsvorsitzender Yves Weinberger, sein Team und die IG Metall Vertrauensleute sorgten dafür, dass die Belegschaft einbezogen blieb, Informationen verlässlich flossen und Rückmeldungen aus dem Betrieb ihren Platz in den Gesprächen behielten. Der Betriebsrat hielt gerade in schwierigen Wochen den inneren Zusammenhalt des Standorts.
Auch die Werkleitung setzte nicht auf Rückzug, sondern auf Zukunft. Der Würzburger Brose-Chef Raymond Mutz stellte sich konsequent hinter die Weiterentwicklung des Standorts und setzte auf Kooperation statt Schrumpfung. Für die Beschäftigten bedeutete das eine klare Ausrichtung in Richtung Zukunft. „Wichtig ist, was am Ende für die Menschen im Werk steht“, sagt Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg. „Die Beschäftigten brauchen eine Zukunft am Standort. Das bleibt der Maßstab.“
Der Betriebsrat begrüßte die neue strategische Ausrichtung ausdrücklich. In einer Stellungnahme vom 18. November 2025 gratulierte die gesamte Belegschaft der Unternehmensführung zu der Entscheidung, einen Kooperationsvertrag mit den Fraunhofer-Instituten und dem BERLIN SPACE Consortium geschlossen zu haben. Der Betriebsrat sieht darin eine große Chance für Würzburg und einen entscheidenden Schritt zur Stärkung von Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Besonders hervorgehoben wird, dass die Kooperation von Würzburg aus initiiert und gesteuert wird – ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit des Standorts.
Zugleich dankte der Betriebsrat den Unterstützerinnen und Unterstützern aus Politik und Region, deren Rückendeckung für das Zustandekommen dieser wegweisenden Entscheidung von großer Bedeutung war. „Wir Würzburger stehen zu unserem Wort: Sie können sich auf die volle Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen verlassen. Wir werden diese Kooperation nach Kräften unterstützen und mit unserem Engagement, unserem Fachwissen und unserer Erfahrung zum Erfolg führen“, heißt es in der Stellungnahme.
Darüber hinaus sieht der Betriebsrat in der positiven Entwicklung die Grundlage, auch die begonnenen Verhandlungen zum neuen Ergänzungstarifvertrag erfolgreich abzuschließen – mit einem Ergebnis, das sowohl den Interessen der Beschäftigten gerecht wird als auch die zukünftigen Anforderungen des Unternehmens berücksichtigt. Mit der klaren Haltung von IG Metall, Betriebsrat und Werkleitung sowie der breiten Unterstützung aus Politik und Region ist ein wichtiger Schritt gelungen, Perspektiven zu sichern und dem Brose Standort Würzburg als Zentrum für Zukunftstechnologien im Raumfahrtsektor zu geben. Für die Beschäftigten bedeutet das: Sie behalten ihre industrielle Perspektive und gewinnen zugleich die Chance, an hochmodernen Projekten mitzuwirken.
Im Bild: Brose Betriebsratsvorsitzender in Würzburg, Yves Weinberger
Bildnachweis: IG Metall Würzburg, Fotoarchiv, Patty Varasano
