IG Metall Würzburg widerspricht Alexander Hoffmann: Probleme nicht durch längere Arbeitstage lösbar

Die IG Metall Würzburg hat die Forderung des CSU‑Landesgruppenvorsitzenden Alexander Hoffmann nach einer Ausweitung der Arbeitszeit deutlich zurückgewiesen. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg, Norbert Zirnsak, kritisiert, dass damit am Kern der Probleme auf dem Arbeitsmarkt vorbeigedacht werde. „Von einem Bundestagsabgeordneten aus Unterfranken erwarte ich konkrete Vorschläge zur Bekämpfung der Probleme – nicht Forderungen nach längeren Arbeitstagen“, erklärt Zirnsak. Zwar benenne Hoffmann mit den Herausforderungen für Unternehmen reale Fragen. „Wer jedoch daraus ableitet, längere Arbeitszeiten seien die richtige Antwort, verwechselt Ursache und Wirkung“, so der Gewerkschafter weiter.
Nach Einschätzung der IG Metall stehen viele Beschäftigte in Industrie und Handwerk bereits heute unter erheblichem Druck. Schichtarbeit, Personalknappheit, steigende Anforderungen sowie die tiefgreifenden Transformationsprozesse bestimmten den Alltag vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „Fachkräfteengpässe entstehen nicht, weil zu wenig gearbeitet wird – sondern weil qualifizierte Fachkräfte fehlen“, betont Zirnsak. „Längere Arbeitstage schaffen weder zusätzliche Fachkräfte noch steigern sie die Attraktivität von Arbeitsplätzen.“
Gerade in Unterfranken sei die Wirtschaft auf gut qualifizierte Beschäftigte, hochwertige Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen angewiesen. Die Diskussion über eine Aufweichung des Achtstundentages gehe deshalb an den tatsächlichen Herausforderungen vorbei. „Die Menschen in unserer Region erwarten zurecht Antworten auf die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Dazu gehören Investitionen in Qualifizierung, sichere Industriearbeitsplätze und Perspektiven für Beschäftigte – nicht Debatten über längere Arbeitstage“, so Zirnsak.
Im Bild: Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg
Bildnachweis: IG Metall Würzburg Fotoarchiv, Patty Varasano
