Rente sichern – statt mit falschem Generationenkonflikt Politik machen

Im Bild: Bildmitte, Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg // Bildnachweis: IG Metall Würzburg Fotoarchiv, Patty Varasano

Die IG Metall Würzburg fordert ein Ende der „politischen Inszenierung eines angeblichen Generationenkonflikts in der Rentenpolitik“. Die gesetzliche Altersversorgung dürfe nicht durch „provokante Forderungen Einzelner diskreditiert werden – besonders nicht von Personen, die selbst nicht in die Rentenversicherung einzahlen“, schreibt die IG Metall Würzburg in einer Meldung an die Presse. „Es ist ein Hohn, wenn gerade diejenigen, die sich der solidarischen Finanzierung entziehen, Rentenkürzungen verlangen und junge und ältere Menschen gegeneinander ausspielen wollen“, sagt Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg. „Rente ist keine Verhandlungsmasse – sie ist ein Kernversprechen sozialer Sicherheit in diesem Land.“

Dass vielerorts bereits jetzt eine gefährliche Entwicklung eingesetzt hat, zeigen die aktuellen Zahlen des DGB-Unterfranken deutlich: Der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag in Unterfranken liegt bei rund 1.340 Euro, Frauen erhalten im Schnitt sogar lediglich etwa 860 Euro. Damit liegt ein großer Teil der Renten in der Region unter der Armutsgefährdungsschwelle. Diese Lage ist nicht das Ergebnis eines übermäßigen Anspruchsverhaltens, sondern jahrzehntelang gewachsener Probleme: unsichere Beschäftigungen, geringe Löhne und Erwerbsunterbrechungen führen dazu, dass für viele am Ende eines Arbeitslebens die Rente nicht ausreicht. Eine Politik, die diese Tatsachen ignoriert und stattdessen provoziert, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die IG Metall fordert, die Finanzierung der gesetzlichen Rente auf breitere Schultern zu stellen – auch Berufsgruppen, die bislang nicht einbezogen sind, müssen ihren Beitrag leisten. Nur so bleibt die Altersversorgung zuverlässig für alle, die sie einmal benötigen werden.

Um dieser politischen Verantwortung Nachdruck zu verleihen, wird die IG Metall Würzburg bei den Betriebsversammlungen vor Weihnachten das Thema Rente in den Mittelpunkt stellen. Beschäftigte sollen informiert und dafür sensibilisiert werden, welche Folgen eine Kürzungs- und Spaltungspolitik hätte. Ziel ist eine faire, solidarische und zukunftsfähige Rentenpolitik – im Interesse der heute Arbeitenden und der kommenden Generationen. „Wer heute die Rente angreift, gefährdet die Zukunft vieler Menschen“, so Zirnsak. „Wir werden uns dieser Politik entschieden entgegenstellen.“