Würzburger Delegation auf der IG Metall Bezirkskonferenz: Industriearbeitsplätze, Mitbestimmung und einen starken Sozialstaat

Mit einer engagierten Delegation war die IG Metall Würzburg auf der 76. Ordentlichen Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern vertreten. Unter dem Motto „Kurs halten! Erfolgreiches bewahren, Neues gestalten“ berieten die Delegierten am 17. Juli 2026 in Ingolstadt über die Herausforderungen der industriellen Transformation, die Zukunft guter Arbeit und die Verteidigung des Sozialstaats.

Zur Würzburger Delegation gehörten Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg, Elke May (Koenig & Bauer, Würzburg), Anil Avci (Procter & Gamble, Marktheidenfeld), Martin Hartel (Fehrer, Kitzingen), Matthias Günther (Warema, Marktheidenfeld), Nicole Thorwarth (Brose, Würzburg) sowie Yves Weinberger (Brose, Würzburg).

In seinem Grundsatzreferat machte IG Metall Bezirksleiter Horst Ott deutlich: Bayern braucht eine aktive Industriepolitik, starke Arbeitnehmerrechte und mehr Mitbestimmung. Die Transformation dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Es gehe darum, Bewährtes zu sichern und gleichzeitig die Antworten auf die Herausforderungen von morgen zu geben.

Scharfe Kritik übte Ott am zunehmenden Angriff auf den Sozialstaat. Wer soziale Leistungen kürzen wolle, liefere keine Lösungen für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit. Klare Worte fand der Bezirksleiter auch gegenüber Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Wenn die Staatsregierung den Industriestandort Bayern stärken wolle, brauche es mehr Mitbestimmung der Beschäftigten. Statt ständig andere verantwortlich zu machen, müsse Hubert Aiwanger eigene Gestaltungsmöglichkeiten nutzen.

Besonders kritisch diskutiert wurde der Umgang mit Unternehmen, die öffentliche Fördergelder erhalten und gleichzeitig Arbeitsplätze verlagern oder abbauen. Hier braucht es aus Sicht der IG Metall mehr politische Konsequenz. Gerade der Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie und bei den Zulieferern stellt Bayern vor enorme Herausforderungen.

Wo Arbeitsplätze verschwinden, sinken Steuereinnahmen und Kaufkraft, geraten Sozialkassen unter Druck und werden ganze Regionen geschwächt. Deshalb war die Botschaft des IG Metall Bezirksleiters eindeutig: Um jeden Arbeitsplatz muss gekämpft werden.

Mit großem Stolz blickten die Delegierten auf die zurückliegenden Betriebsratswahlen. Die IG Metall konnte ihre starke Verankerung in den Betrieben erneut ausbauen. Der Anteil der IG Metall-Mitglieder unter den gewählten Betriebsratsmitgliedern stieg nochmals um rund fünf Prozent. Die Betriebsräte bleiben damit ein starkes Bollwerk für Demokratie, Mitbestimmung und gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben.

Bildnachweis: IG Metall Würzburg